Florentinische
Ereignisse
Das berühmteste Ereignis ist das Calcio Storico,
der Vorreiter des heutigen Fußballspiels, das auf italienischen
Fußballplätzen mit viel weniger eindrucksvollen Riten
jeden Sonntag gespielt wird. Heute noch haben die Florentiner
den Kampfgeist im Blut und folgen treu ihrer Mannschaft. Florenz
ist in vier Mannschaften aufgeteilt: Die Weißen des Stadtviertels
Santo Spirito, die Grünen des Stadtviertels San Giovanni,
die Roten des Stadtviertels Santa Maria Novella und die Hellblauen
des Stadtviertels Santa Croce. Der feurige Wettkampf zwischen
den Mannschaften findet jedes Jahr am 23. und 24. Juni statt.
Das ursprüngliche Szenarium dieses gewalttaetigen Sports
ist die Piazza Santa Croce. Sehr oft zieht man es jedoch vor,
die Spiele auf der Piazza Signoria oder in der Grünanlage
Giardino di Boboli abzuhalten. |
Entdeckungsreise
durch die Stadt
Erste Route:
Domplatz, San Lorenzo, und die Medicikapelle
Zweite Route:
Via de' Calzaioli, das Bargellomuseum,
die Piazza della Signoria, der Palazzo Vecchio, die Uffizien
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Fast
immer verläuft das Spiel so gewaltsam, dass es in Schlägereien
auszuarten droht und vom "Schiedsrichter" unterbrochen
wird. Zur Zeit der Renaissance wurden die Spiele von den Söhne
des Adels ausgetragen. Heute hingegen passiert es nicht selten,
das die Mannschaften auch aus Männern bestehen, die gerade
aus dem Gefängnis entlassen wurden - die perfekte Grundlage
für ein gewaltsames Spiel. Das Ziel des Spiels ist seit
jeher unverändert geblieben: "jagen", das bedeutet
Tore gegen die gegnerische Mannschaft schießen. Es ist
ein einmaliges Schauspiel, das man sicherlich gesehen haben
sollte. Am 24. Juni feiert Florenz seinen Schutzheiligen und
Beschützer San
Giovanni. Der Höhepunkt der Feierlichkeiten ist das Feuerwerk
am Abend auf dem Piazzale Michelangelo, die sogenannten "Feuer",
die die Stadt von oben beleuchten und ein bezauberndes Bild
bieten. Sollten Sie sich zu Ostern in Florenz aufhalten, ist
es empfehlenswert, sich den Scoppio del Carro anzuschauen,
eine Feierlichkeit, die ihren Ursprung zwischen dem 16. und
Jahrhundert hat und seitdem immer begangen wurde. Am Morgen
des Ostersonntags wird ein großer Holzkarren aus, der
einem geschmückten, bemalten Turm ähnlich sieht,
von mit Kostümen aus der Renaissance gekleideten Leuten
in einem Umzug durch die Strassen der Stadt bis hin zum Domplatz
betragen. Vom Karren über das Mittelschiff zum Hauptaltar
des Doms wird ein feines Seil gespannt. Sobald die Messe beendet
ist, wird eine kleine Rakete, die mit einer künstlichen
Taube versehen ist - Symbol der Hoffnung und des Friedens
- angezündet. Die Florentiner erwarten, das die "Taube"
den Faden sicher entlang bis zum Turm des Karrens " zufliegt",
wodurch ein Mechanismus ausgeloest wird, der ein Feuerwerk
und eine Vielzahl von entlang der Struktur des Turms befestigten
Böllern in die Luft jagt. Die Legende behauptet, dass
es, wenn alles wie erwartet ablaeuft, im kommenden Jahr eine
üppige, reichhaltige Ernte geben wird. Rificolona ist
ein weiterer typischer Feiertag der Florentiner, der auf den
7. September fällt. Soweit man weiß, feiert keine
andere Stadt diesen Tag. Ursprünglich war es ein religiöser
Feiertag, eine der Heiligen Jungfrau gewidmete Prozession.
Im Laufe der Jahrhunderte hat sich der Feiertag zu einem Kinderfest
entwickelt. Die Kinder nehmen mit ihrer "rificolona"
an der Prozession Teil. Die "rificolona" ist eine
eigenartige bunte Papierlaterne mit einer brennenden Kerze,
die an einem 1,5 m langem Stock befestigt ist und von den
Kindern während der Prozession stolz getragen wird. Die
Jungen sind mit einem Blasrohr und einer ganzen Ladung von
selbsthergestellten Geschossen aus Papier und in modernen
Fällen aus zusätzlichem Fliesenkitt bewaffnet. Die
Jungen müssen zur großen Enttäuschung der
Mädchen auf deren Kerzen zielen, um die Laternen anzuzünden.
Mit der Zeit sind auch die Mädchen schlauer geworden.
Anstatt einer Kerze benutzen sie jetzt Taschenlampen, und
somit gehen die Jungen oftmals leer aus! Was den Kindern am
meisten Spaß macht, ist das Basteln der Laterne. Man
braucht dafuer nur etwas Papier, ein wenig Klebe sowie ein
bisschen Kreativitaet und Phantasie: besonders für die
Kleinen ein schönes Spiel!
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