Entdeckungsreise durch die Stadt
Erste Route:
Domplatz, San Lorenzo, und
die Medicikapelle
Der erste Rundgang, den wir Ihnen vorschlagen, beginnt
im Herzen der Stadt,
am Domplatz, der auf einer relativ kleinen Flaeche architektonische
Schaetze unvergleichbaren Wertes zeigt. Der großartige
Domkomplex und der Glockenturm Giottos sind heute noch Zeugnisse
des Reichtums und der Macht der Stadt
gegen Ende des 13.Jahrhunderts. Ein Beispiel der Harmonie der
künstlerischen, florentinischen Ausdruckskraft, machtvoll
und schlicht, grandios, aber immer fuer den Menschen und
den Buerger greifbar.
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Entdeckungsreise durch die Stadt
Zweite Route:
Via de' Calzaioli, das Bargellomuseum, die Piazza della Signoria, der Palazzo Vecchio, die Uffizien |
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Der
Dom, das beste Beispiel der italienischen Gotik, wurde auf
der historischen Kirche Santa Reparata erbaut. Das Projekt
geht auf Arnolfo di Cambio zurück. Die Leitung des Dombaus
wurde nach dem Tod Arnolfos von Giotto, Andrea Pisano und
Francesco Talenti übernommen, waehrend Filippo Brunelleschi
vom Jahr 1420 den Kuppelbau ausfuehrte, mit dem er eine außergewöhnliche
technische Entdeckung verwirklichte. Die selbsttragende Kuppel
wurde im Jahre 1436 vervollständigt und die Laterne wurde
im Jahre 1461 hinzugefuegt. Das Äußere des Domes
wurde nach dem Vorbild des antikeren Baptisteriums mit drei
verschiedenfarbigen Marmorarten verkleidet: die Hauptfassade
blieb bis ins 19. Jahrhundert unvollendet. Ein besonderes
Augenmerk verdient die sogenannte "Porta della Mandorla"
(Nordseite). Sie wird wegen des großen Heiligenscheins
so genannt, der die Heilige Jungfrau umgibt: ein Beispiel,
das den Übergang von Regeln der Gotik zu denen der Renaissance.
Das Innere, das durch seine Strenge und Schlichtheit gekennzeichnet
ist, wird von den herrlichen Glasfenstern Ghibertis beleuchtet.
Weitere Meisterwerke sind zwei Fresken von Andrea Castagno
(1456) und Paolo Uccello (1436). Auf Paolo Uccello geht auch
die Dekoration der Uhr zurück, die sich an der Innenfassade
des Doms befindet. Die wunderschöne Pietà von
Michelangelo wurde aus Sicherheitsgründen ins Dommuseum
gebracht. In der Kathedrale befinden sich heute noch: das
Mosaik mit der Marienkrönung von Gaddo Gaddi, das Holzkruzifix
von Benedetto da Maiano (Hochaltar), und im Inneren der Kuppel
bewundert man die Fresken Vasaris, die nach seinem Tod von
Zuccari beendet wurden. Der Glockenturm Giottos wurde nach
dem Architekten des Projektes benannt, auch wenn er von Andrea
Pisano und Francesco Talenti fertiggestellt wurde. Das Äußere
des Glockenturms, ein erhabenes Beispiel der Architektur des
14. Jahrhunderts, kann eine Höhe von 85 Metern aufweisen.
Das Äußere ist ebenfalls mit vielfarbigen Marmortafeln
delikater Toene verkleidet worden. Der untere Teil der Fassade
wurde durch die Basreliefs von Andrea Pisano und Lucca della
Robbia verziert, während der obere Bereich durch die
Skulpturen der Propheten und der Sybillen, Werke von Donatello
und Nanni di Bartolo, gekennzeichnet ist. Am Ende des Domplatzes
befindet sich das Dommuseum (Museo Opera del Duomo). Es wurde
Ende des 19. Jahrhunderts gegründet, um die Kunstwerke
des Doms und des Baptisteriums vor dem Verschleiß der
Zeit zu schützen. Hier befinden sich: die einzigartigen
Skulpturen Arnolfos, die er für die Domfassade ausgeführt
hatte sowie Brunellischis Modelle, die die Vorbereitung des
Kuppelbaus waren. Weitere Zeugnisse sind die Sängerkanzeln
von Lucca della Robbia und Donatello und die Pietà
Michelangelos. Schon sie alleine ist ein Besuch des Museums
wert. Weitere Meisterwerke der Malerei, Kruzifixe und Kircheninventar
sind auch vertreten, sowie Skulpturen des 16. und 17. Jh.s.
der toskanischen Schule. In einem anderen Saal kann man das
Arbeitsmaterial bewundern, welches sowohl für den Dombau
als auch für den Kuppelbau diente. Das während der
Restaurierungen gefundene Material unterstreicht die Fertigkeit
und die technischen Faehigkeiten der Meister zur Zeit Brunelleschis.
Die Kunsthistoriker diskutieren heute noch über den Ursprung
des Baptisteriums, welches eins der ältesten Gebäude
der Stadt ist. Während des Mittelalters dachte man an
einen heidnischen Tempel, der auf die augusteische Zeit zurückgehen
sollte und Mars geweiht war. Die
Außenfassade ist durch geometrische, zweifarbige Motive
gekennzeichnet: weißer Marmor (Luni) und grüner
Marmor aus Prato. Ein einzigartiges Bauwerk mit frühchristlichen
und romanischen Motiven. Weitere Meisterwerke sind die drei
Bronzetüren: Die Südtür, die älteste der
drei Tore, stellt die Geschichte Johannes des Täufers
dar. Der Architekt war Andrea Pisano. Die Nordtür, die
1424 fertiggestellt wurde, ist ein Werk von Lorenzo Ghiberti
und stellt Episoden aus dem Neuen Testament dar. Die Osttüre,
die berühmteste der drei Türen, ist die sogenannte
Paradiespforte, ein absolutes Meisterwerk Lorenzo Ghibertis,
die Geschichten des Alten Testaments darstellt. Hier gelingt
es Ghiberti sowohl spätgotische als auch klassische Elemente
geschickt miteinander zu verbinden. Das Original der Türe
wurde 1990 abgenommen und durch eine Kopie ersetzt. Die restaurierten
Tafeln befinden sich heute im Dommuseum. Im Inneren der Taufkapelle
kann man den einzigartigen Intarsienfußboden und die
großen Mosaike der Kuppel und der Apsis bewundern. Sie
wurden Ende des 13. - Anfang des 14. Jahrhunderts von venezianischen
Experten der byzantinischen Schule ausgeführt. Wenn Sie
die Via Cavour in Richtung San Lorenzo einschlagen, sehen
Sie rechts den Eingang zum Palazzo Medici - Riccardi, ein
hervorragendes Beispiel der Renaissance Architektur. Der Architekt
war Michelozzo, der Hausarchitekt der Medici unter Cosimo
dem Alten, dem Patriarch der Familie war. Es war der erste
Palast, der in Florenz unter dem reinen Renaissance Einfluss
realisiert wurde. Seine Merkmale sind die schlichten Bossenquader
im unteren Teil und die eleganten Fenster mit der Bioforenöffnung
im oberen Teil der Fassade. Man betritt durch zwei unsymmetrische
Tore einen Innenhof, der nach den brunelleschianischen Regeln
errichtet wurde und mit Graffitomalerei verziert wurde. Dahinter
erstreckt sich ein typisch italienischer Garten. Im 17. Jahrhundert
ging der Palast in den Besitz der Familie Riccardi ueber,
die im Inneren einen Saal verwirklichte, der von Luca Giordano
mit Fresken verziert wurde. Es handelt sich hierbei um eins
der wichtigsten Beispiele der florentinischen Barockmalerei.
Empfehlenswert ist auch der Besuch der Kapelle von Benozzo
Gozzoli, in der die Medici Familie verherrlicht worden ist.
Hier wird auf einer herrlichen Freske der Ritt der Heiligen
drei Könige dargestellt. Weiter entlang der Via Cavour,
etwas hinter dem Eingang des Palazzo Medici Riccardi, halten
Sie sich links in Richtung Chiesa di San Lorenzo. Sie erreichen
die Kirche San Lorenzo, indem Sie den malerischen und lebhaften
Markt San Lorenzo überqueren. Der Markt trägt den
gleichen Namen der Kirche und ist der Lieblingsmarkt der Florentiner,
die hier eine reiche Auswahl an verschiedenen florentinischen
Haushaltsartikeln finden. Die Atmosphäre ist besonders
lebhaft. Die Kirche schaut auf einen kleinen malerischen Platz
und ihr besonderes Merkmale ist, dass ihre Fassade bis heute
nicht verkleidet wurde. Die innere Ausstattung wurde nach
den Plaenen von Filippo Brunelleschi von den bedeutendsten
Meistern seiner Zeit ausgeführt. Eine der wichtigsten
Sehenswürdigkeiten ist die alte Sakristei, die mit Werken
Donatellos und seiner Schüler verziert wurde. Hinter
dem malerischen Innenhof kommt man in die laurentianische
Bibliothek, die im Auftrag der Medici Familie von Michelangelo
errichtet und nach seinen Zeichnungen von Schülern beendet
wurde. Der Schatz dieser Bibliothek sind die Miniaturmalereien.
Hinter der San Lorenzo Kirche befindet sich die Medicikapelle,
die ein Muss für jeden Besucher der Stadt Florenz ist.
Hier kann man eines der Meisterwerke Michelangelos bewundern,
sowohl was die Innenarchitektur als auch was die Bildhauerei
angeht. Michelangelo realisierte hier die Gräber und
die Allegorien der Aurora (Sonnenaufgang) und Crepuscolo (Sonnenuntergang)
und die des Tages und der Nacht. Im Inneren findet man die
Krypte Buontalentis, ueber die Treppen erreicht man die Kapelle
der Fuersten, einwunderschoenes Beispiel des florentinischen
Barockstils. Im gesamten Bereich liegen unter anderem Cosimo
der Alte, Donatello und die Habsburger-Lothringer begraben.
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