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Auch
der zweite Rundgang beginnt am Domplatz, aber erreicht Piazza
della Signoria über die Via de' Calzaioli, die wahrscheinlich
die bekannteste Strasse von ganz Florenz ist. Die mit Porphyr
bepflasterte Strasse saeumen elegante Geschäfte und Gebäude,
unter anderem die Chiesa di Orsanmichele, die ursprünglich
als Getreidehalle diente und später, im 14. Jahrhundert,
in eine Kultstätte verwandelt wurde. Im Inneren der Kirche
werden außer den Werken von Donatello, Lorenzo Ghiberti
und weiteren Künstlern auch der wunderschöne Tabernakel
von Orcagna, ein Meisterwerk von Andrea di Cione, aufbewahrt.
Sollten Sie bei der Kirche einen kleinen Umweg nach rechts
in Richtung Via de' Tavolini machen, befinden Sie sich in
der Nähe des Nationalmuseums Bargello. Das Museum beherbergt
eine der wichtigsten Skulptur- und Dekorationskunstsammlungen
der Welt: es ist unmöglich, dieser Sammlung einen richtigen
Stellenwert einzuraeumen, aber um hier nur einige der Meisterwerke
der Kunstgeschichte zu zitieren, möchten wir Michelangelo
Buonarotti, Donatello und Giambologna, Verrocchio und Benvenuto
Cellini, Bernini und die Familie della Robbia nennen. Sollten
Sie jedoch keine Museumsfreunde sein, folgen Sie der Via Calzaioli
immer geradeaus, die an der Piazza della Signoria endet. Es
gibt keine Worte, mit denen man diesen Platz beschreiben könnte.
Seine Atmosphäre ist ueber die vielen Jahrhunderte erhalten
geblieben, und er ist heute sogar zu einem Fernseh- und Postkartenstar
geworden. Maechtige mittelalterliche Bauwerke umschließen
einen der schönsten Plätze der Welt: der Palazzo
Vecchio dominiert diesen Platz und beherbergt auch heute noch
das Rathaus. Der Bau besteht aus quadratischen Steinbloecken
und ist mit Zinnen besetzt, auf denen der Turm Arnolfos errichtet
wurde. Das Innere des Rathauses lohnt einen Besuch. Es beherbergt
den "Saal der Fünfhunderter", in dem sich unter
anderem der Sieg Michelangelos befindet und der Wandteppiche,
andere Teppiche und Gemaelde des 14.Jh.s zeigt. Ein weiterer
Besuch lohnt sich im "Saal der Zweihunderter", dem
Studio von Francesco I. und dem Audienzsaal. Aus dem 16. Jahrhundert
stammen die Räumlichkeiten von Eleonora da Toledo und
der Saal der geographischen Karten. Auf der linken Seite des
Haupteingangs vom Palazzo Vecchio befindet sich der Neptun
gewidmete Brunnen.
Dieses von den Ammannati realisierte Werk aus dem späten
16. Jahrhundert wird auch der "Weiße Riese"
genannt. Auf der rechten Seite des Palazzo Vecchio erhebt
sich die Loggia de' Lanzi oder auch der Signoria genannt.
Ein spätgotisches Werk, das Ende des 14. Jahrhunderts
beendet wurde. Hier kann man die Meisterwerke Benvenuto Cellinis
bewundern: den Perseus, den Raub der Sabinerinnen und den
Herkules, sowie Nesso von Giambologna. Ein Werk aus dem 19.
Jahrhundert ist der Raub der Polysener von Pio Fedi. Lässt
man die Loggia dei Lanzi links liegen, befindet man sich im
großen U-förmigen Innenhof der Uffizien. Bevor
man diese in der Welt einzigartige Gemäldegalerie besucht,
raten wir Ihnen geradeaus in Richtung Arno den Innenhof zu
durchqueren und die einzigartige Perspektive zu genießen,
die sich Ihnen hier bietet. Der Blick gleicht einer Postkarte,
die den Palazzo Vecchio und einen Teil der Piazza Signoria
zeigt. Diesen Anblick werden Sie bestimmt nicht vergessen!
Nun können Sie die Uffizien besuchen, aber vergessen
Sie nicht, dass ein ganzer Tag gerade ausreicht, um einen
Eindruck der enormen Kunstschaetze zu bekommen. Die Uffizien,
die von Vasari entworfen und von Buontalenti fertiggestellt
wurden, erstrecken sich ueber 45 Säle, die sich im dritten
Stock des Gebaeudes befinden. Im zweiten Saal befinden sich
die Werke von Giotto, Cimabue und Duccio di Buoninsegna, der
darauf folgende Saal kann Gemälde von Simone Martini,
Piero und Ambrogio Lorenzetti aufweisen. Im vierten Saal bewundert
man die florentinische Malerei des 14. Jahrhunderts. Die darauf
folgenden Säale zeigen auf chronologische Weise die Entwicklung
der Malerei: Paolo Uccello, Masaccio, Piero della Francesca
Beato Angelico, Botticelli, Antonio del Pollaiolo, Leonardo,
Mantegna, Pontormo, Raffaello, Tizian, Caravaggio und Tintoretto.
Das sind nur einige der berühmtesten Namen. Ein Schatz
von unschätzbarem Wert, der Florenz zu einer der Städte
macht, die eine der größten Kunstsammlungen beherbergt,
auf die die Florentiner mit Recht sehr stolz sind. Im zweiten
Stock dagegen findet man den Saal der Zeichnungen und Drucke.
Um den Kurzbesuch der Stadt Florenz mit ihren wichtigsten
Sehenswuerdigkeiten zu vervollständigen, können
Sie in unmittelbarer Naehe die einzigartige und berühmteste
Brücke der Welt besichtigen, den Ponte Vecchio. Es ist
die älteste Brücke der Stadt, die wohl etruskischen
Ursprungs ist und von Neri di Fioravante im Laufe des 14.
Jahrhunderts ihren heutigen Aspekt erhielt. Während des
Zweiten Weltkriegs wurde sie schwer beschädigt. Auch
die Hochwasserkatastrophe von 1966 sorgte dafür, dass
sie ein zweites Mal restauriert werden musste. Wie in der
Vergangenheit befinden sich heute noch die Laeden der Goldschmiede
und zwei Panoramaterrassen darauf. Über die Brücke
läuft der Vasarische Korridor, der den Palazzo Vecchio,
tradizioneller Regierungssitz, und den Pitti Palast miteinander
verbindet. Der Pitti Palast wurde ab dem 16. Jahrhundert Sitz
der Familie des Großherzogs.
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